mehr als nur verspielt.

Doodle Hex im Test

Archiv-Artikel vom 24. Juli 2008. Spiegelt den Stand von damals wider, nicht die heutige Meinung.

Doodle Hex im Test

geschrieben von Dai-Lee
5 Min. Lesezeit

Der Name des Spiels klingt zuerst gewöhnungsbedürftig. Ich musste erstmal schmunzeln, als ich ihn das erste Mal gelesen habe. Doch hinter dem lustigen Titel verbirgt sich ein Ernst zu nehmender Taktik- und Reflextest für die Hosentasche, der so manchen Spieler für längere Zeit zu fesseln vermag.

Inhalt
In Doodle Hex dreht sich alles, wie der Titel schon ganz richtig verrät, um Hexen und Magier. Diesen strömen aus allen Teilen des Universums zur “Schule der Runen”, um zum Meister ihres Fachs zu werden. Die Bedingungen sind hart und nur die Besten können sich schlussendlich durchsetzen. Die Lehranstalt hat zudem ein besonderes Privileg: sie ist als einzige Einrichtung berechtigt, die geheimnisvollen Runen zu benutzen und diese ihren Schülern zur Verfügung zu stellen. Diese magischen Körper sind im Doodle Hex Universum die stärkste Form von Magie. Da der Unterricht aber nicht besonders spannend zu scheinen scheint, duellieren sich die Schüler unter Aufsicht des Gespenst’ Kalamazoos in verschiedenen Turnieren. Um die Veranstaltung rangt sich das Gerücht, der Gewinner würde die “große Wunschrune” gewinnen und somit das mächtigste Artefakt der Welt in seinen Besitz bringen.

Sobald ihr das Spiel startet erwartet euch als erstes eine hübsche Videosequenz. Anschließend gebt ihr euren Profilnamen ein und gelangt in das Hauptmenü. Dort habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten. Unter dem Stichpunkt “Optionen” könnt ihr euch die Mitwirkenden ansehen, die Spielsprache einstellen oder eines eurer Profile löschen. Der Punkt Multiplayer lädt euch dazu ein, virtuell gegen andere “Magier” aus eurem Freundeskreis anzutreten oder mit ihnen Runen zu tauschen, sowie euer Spiel mit ihnen zu teilen, falls der Spielpartner in spe kein eigenes Doodle Hex Modul besitzt, ihr aber trotzdem gegen ihn spielen wollt. Der Einzelspielerabschnitt des Moduls liefert euch den Turniermodus, quasi der Storymodus und somit Kern des Spiels, sowie die Möglichkeiten ein schnelles, unverbindliches Duell gegen den Computer zu bestreiteten und an einzelnen Wettkämpfen teilzunehmen, um neue Runen freizuspielen.

Entscheidet ihr euch für den Turniermodus, geht es richtig rund: als erstes steht die Charakterwahl an. Die Auswahl fällt schwer. Es gibt viele verschiedene Protagonisten mit den unterschiedlichsten Stärken und Schwächen. Während Zauberer Kaleb ein Allrounder ist, der alles gut, aber nichts richtig dolle kann (war meine erste Wahl am Anfang  ), ist z.B. Hexe Fey ein Abwehr-Bollwerk, dessen Verteidigung nur schwer zu knacken ist. Djin protzt hingegen mit starken Angriffen und Strat lässt ein schnelles Kombo-Feuerwerk auf ihre Gegner los und glänzt mit hoher Geschwindigkeit. Nach der Charakterwahl folgt eine kleine Storysequenz, die euch eure Spielfigur näher bringen soll und deren Hintergrundgeschichte beleuchtet.

Dann geht’s auch schon los: Auf dem oberen Bildschirm werden ab jetzt eure eingegebenen Runen visuell schmuck umgesetzt, während ihr auf dem unteren Screen eben diese mit Hilfe des Touchpens einzeichnet. Dabei ist die richtige Kombinationsgabe gefragt: setze ich zuerst die blaue Rune, die die Verteidigung des Gegners schwächt und male danach drei Angriffsrunen, so dass meine Attacke mehr Schaden verursacht und der Opponent nur hilflos zuguckt, oder zeichne ich zuerst die gelbe Formel, um meine späteren Angriffe nur halb soviel Mana kosten zu lassen? Es ist also viel Fingerspitzengefühl gefragt, um zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Kombos einzusetzen. Dabei solltet ihr immer schön auf eure blaue Mana-Leiste am linken Bildschirmrand achten, da ihr nicht ungestraft unzählige Runen hintereinander zeichnen könnt. Ihr müsst genau abwägen, für welche Rune ihr die Magie ausgebt. Einem Gegner, der andauernd eure Formeln blockt, ohne Unterlass Angriffe entgegenzuschleudern, ohne Verteidigung durchbrechende Rune zu attackieren, wäre z.B. pure Energieverschwendung. Schaut euch also am besten an, wie euer Gegner vorgeht und tüftelt das entsprechende Gegensystem aus. Mit zunehmender Spieldauer und dem entsprechendem Erfolg schaltet ihr neue Runen und Duellpartner frei. Zu beachten ist übrigens auch, dass ihr nicht unendlich viele Runen in euer Zauberbuch packen könnt: überlegt euch also genau, welche Runen für den nächsten Rangkampf sinnvoll sind und wie ihr diese untereinander sinnvoll in Einklang bringen könnt. Vergesst außerdem nicht zu blocken: indem ihr den Stylus über dem Gesicht eures Schützlings positioniert, wehrt ihr gegnerische Angriffe ab (manche Attacken können aber nicht geblockt werden, wie z.B. Flüche, die verhindern, dass sich euer Manavorrat wieder von selbst auflädt).

Die Steuerung geht flott von der Hand, da ihr alle Eingaben mit dem Stylus tätigt. Die Knöpfe an eurem DS geraten also ganz schnell in Vergessenheit. Die von euch gezeichneten Runen werden fast immer korrekt erkannt, auch wenn ihr etwas hastig und ungenau vorgeht. Das ist ein dickes Plus, denn gerade in höheren Schwierigkeitsgraden seid ihr oft so schnell zugange, dass die Eingaben schon mal etwas ungenau geraten. Es gibt hier also nichts zu meckern: dickes Plus, von dem sich manche Spiele eine Scheibe abschneiden können.

Grafik
Die Grafik ist bunt, ansehnlich und lebt von dem schrillen Charakterdesign. Mir gefällt die Manga-Optik gut, andere mag es vielleicht abschrecken. Die Videosequenzen sind dank der Firma Actimagine mal wieder super geworden. Spitzenauflösung, alles schnell und flüssig und keine störenden Fehler. Hat mir schon bei Lunar Knights überaus gut gefallen. Die Effekte beim Einzeichnen der Runen sind zwar etwas mager, machen aber durchaus Sinn, da andauernde Effektfeuerwerke schnell vom eigentlichen Geschehen ablenken würden. Daher bin ich auch froh, dass die Animationen der kämpfenden Magier auf den oberen Screen verlagert wurden. So ist es eine schöne grafische Draufgabe, die aber nicht vom eigentlichen Geschehen ablenkt.

Sound
Das Spiel enthält im kleinen Rahmen Sprachausgabe, die etwa bei der Auswahl der Spielfigur oder vor dem Start eines Gefechts zum tragen kommt. Die Musik während des Kampfes soll ein leicht gruseliges Gefühl vermitteln und geht gut ins Ohr. Ich persönlich empfinde sie nicht als aufdringlich oder störend. Sie passt zum Geschehen und hat ein paar wirklich angenehme Songs! Ansonsten gibt’s beim Treffen des Gegners kleinere Effekte, die nicht vom Geschehen ablenken.

Fazit

Eine angenehme Überraschung! Das Cover lässt zuerst auf ein eher an junge Spieler gerichtetes Spiel schließen, aber auch ältere DS Nutzer werden sich durchaus mit dem Spielprinzip anfreunden können. Denn hier ist nicht nur schnelles Reagieren gefragt, sondern auch geschicktes Kombinieren und Erfassen der jeweiligen Duellsituation. Die Möglichkeit, neue Runen undCharaktere freizuspielen wird bei manchen wieder mal das Sammelfieber ausbrechen lassen, zumal man die erworbenen Runen auch mit Freunden tauschen kann. Die Möglichkeit, ein schnelles Duell zwischendurch starten zu können, ist ebenfalls schön. So kann die Wartezeit auf den Bus oder eine lange Zugfahrt angenehm überbrückt werden. Grafik, Sound und Steuerung ergeben eine gelungene Mischung und die Vielfalt der Charaktere ermutigt einen, den Turniermodus mehr als einmal anzugehen. Je nach Schwierigkeitsgrad wird man auch wirklich gefordert. Wer auf der Suche nach einem Aktionhappen für zwischendurch ist oder gerne sammelt und sich zudem mit der Thematik und Optik anfreunden kann, bekommt für 40 Euro doch einiges geboten.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Schreib den ersten.

Dein Kommentar

Nur für Nachrichten der Moderation, nie öffentlich.

Es gelten unsere Kommentarregeln. Was mit deinen Angaben passiert, steht in der Datenschutzerklärung.

Das könnte dir auch gefallen

Aktuell

Go! View: Video-on-demand

Sony und British Sky Broadcasting haben einen neuen Video-on-demand Download Service namens Go! View für die Playstation Portable angekündigt. Go! View bietet euch die Möglichkeit ein Film- und TV Verzeichnis für die Playstation Portable zu erstellen. Die Daten werden erst vom PC herunter geladen und anschließend auf die PSP übertragen. Weitere Informationen wurden bis jetzt noch nicht bekannt gegeben. Einen ersten Eindruck erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite . Bei mir lief die Flash-Seite noch etwas holperig, das Design ist aber schon sehr schick mit kleinen animierten Robo-Männchen ;) Ich frage mich jetzt schon wie teuer der ganze Spaß wird. Bis jetzt waren alle On-Demand Anbieter viel teurer als meine Videothek, da hilft selbst das praktische Herunterladen für Gehfaule nix :) ... und ganz ehrlich? Schauen wir uns die Filme und Serien nicht lieber auf einen größeren Bildschirm an? Muss für unterwegs dann auch wirklich zu einem Taschengeldpreis sein!

25. April 2008 · Dai-Lee

Von derselben Autorin, kurz danach

Aktuell

99 no Namida - Game bringt euch zum Weinen!

Verrückte Welt! Bandai Namco released in Japan ein Spiel, welches die DS Besitzer zum Weinen bringen soll. Die Japaner sind ja für ihre zahlreichen Kuriositäten bekannt... Holt schon mal die Taschentücher raus! Es wird traurig... Der Titel lautet „99 no Namida“ übersetzt heißt das Spiel „99 Tears“ oder auch „99 Tränen“. Zweck des Spieles ist es die Spieler zum Weinen zu bringen, der Effekt soll beruhigend und entspannend wirken. Sagen zumindest die Entwickler! :) Die Story Ihr lebt in einer Stadt die das Weinen vergessen hat und begegnet zufälligerweise einer „Quelle der Tränen“. Darin sind lauter traurige Geschichten zusammengefasst und im oberen Screen werden Bildern dazu gezeigt. Das Spiel beinhaltet 200 Kurzgeschichten, die jeweils 15 Minuten laufen. Mitlesen ist hier also nicht ganz fehl am Platz, sonst würde der Wein-Effekt gar nicht eintreten ;). Danach erscheinen ein paar Fragen, die je nach Auswahl der Antwort den Ablauf der Geschichte weiterführen und euch am Ende dermassen stark berühren sollen, dass die eine oder andere Träne die Wange runterkullert *Schnief* :) Ein offizieller Europa Release ist noch nicht geplant. Wie Schade! Wer möchte nicht gerne wissen, ob er diesem Spiel standhalten kann ohne feuchte Augen zu bekommen. Falls einer von euch japanisch versteht, gibt es das Spiel auf Playasia.com zu bestellen. Der Import macht ohne Sprachkenntnisse aber keinen Sinn.

28. April 2008 · Dai-Lee

Von derselben Autorin, kurz danach

Aktuell

Kart n’Crazy - Gegner online jagen

Ihr sucht für euren PC ein Kart-Rennspiel alá Mario Kart? Es soll online spielbar sein? Na dann habe ich jetzt vielleicht das richtige Spiel für euch gefunden: Kart n'Crazy! Als Mario Kart Fan der ersten Stunde bin ich naturgemäß etwas skeptisch über diesen Clon. Ein besonderes Game-Feature ist hier aber der Onlinemodus, der auch beim neusten Nintendo-Sprössling wieder vernachlässigt wurde. :( Mit bis zu 16 Kontrahenten könnt ihr euch bei Kart n'Crazy um den ersten Platz streiten. Ganz klar gibt es auch hier Bonus-Items die ihr während der Fahrt einsammeln und gegen eure Mitstreiter einsetzen könnt. Der Charakter lässt sich mit über 140 Accessoires individuell gestalten, um auf den 22 Strecken immer eine gute Figur zu machen. Das Spiel selber kommt komplett kostenlos daher - allerdings könnt ihr einiges an Geld in einem Itemshop ausgeben, um spezielle Fähigkeiten zu erwerben. Inwiefern free-2-play Spieler hier das Nachsehen haben, kann ich an dieser Stelle noch nicht aussagen ;) Ich habe mir von goa.com den Client geladen und werde mich am Wochenende wagemutig an den Online-Rennen versuchen. Meine Erfahrungen werde ich euch dann ausführlich schildern.

2. Mai 2008 · Dai-Lee

Von derselben Autorin, kurz danach